Egger behauptet sich in herausforderndem Marktumfeld mit stabiler Geschäftsentwicklung

Artikel vom 31. Juli 2026
Platten

Egger hat das Geschäftsjahr 2025/2026 mit stabilem Umsatz und nahezu konstantem EBITDA abgeschlossen. Trotz schwacher Baukonjunktur, Konsumzurückhaltung und geopolitischer Unsicherheit investiert die Gruppe weiter in Produktion, Recyclingholz und erneuerbare Energie.

Die Egger-Gruppenleitung (v. l.): Frank Bölling, Hannes Mitterweissacher, Thomas Leissing, Michael Egger (Bild: Egger).

Die Egger-Gruppenleitung (v. l.): Frank Bölling, Hannes Mitterweissacher, Thomas Leissing, Michael Egger (Bild: Egger).

Die Egger-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem schwierigen Marktumfeld stabil abgeschlossen. Der gruppenweite Umsatz lag bei 4,26 Mrd. EUR und damit 3,4 % über dem Vorjahr. Das EBITDA erreichte 541,8 Mio. EUR und blieb mit einem Plus von 0,1 % nahezu konstant. Die EBITDA-Marge lag bei 12,7 %, die Eigenkapitalquote bei 41,6 %. Produziert wurden 10,9 Mio. m³ Holzwerkstoffe inklusive Schnittholz.

Die Rahmenbedingungen waren geprägt von schwacher Baukonjunktur, zurückhaltendem Konsum und geopolitischen Unsicherheiten. Nach ersten positiven Signalen in einzelnen Märkten dämpften die Spannungen im Frühjahr 2026 die Erwartungen an eine breitere Stabilisierung. Besonders anspruchsvoll blieb die Lage im deutschsprachigen Raum, wo Margen- und Mengendruck vorwiegend bei industriellen Abnehmern spürbar waren.

Produktbereiche und Kundenfokus

Im Bereich Decorative Products, also bei Produkten für Möbel- und Innenausbau, erzielte die Gruppe einen unkonsolidierten Umsatz von 3,79 Mrd. EUR. Das entspricht einem Plus von 4,0 % gegenüber dem Vorjahr. Der Bereich Building Products mit Produkten für konstruktiven Holzbau und Fußboden kam auf 714,0 Mio. EUR und wuchs um 1,2 %. Die schwache Bauwirtschaft bremste hier insbesondere Bauprodukte und Fußboden.

Investitionen und Energieversorgung

Die Investitionen beliefen sich im Geschäftsjahr 2025/2026 auf 450,1 Mio. EUR nach 435,0 Mio. EUR im Vorjahr. Im Fokus standen die industrielle Basis, Veredelungskapazitäten, Automatisierung, Energieversorgung und Kreislaufwirtschaft.

Ein zentrales Projekt ist der Ausbau des Standorts Markt Bibart in Deutschland. Über drei Jahre sollen dort mehr als 200 Mio. EUR investiert werden. Mit dem Start von zwei Kurztaktpressen wurde ein wichtiger Schritt erreicht.

Der Blick auf das Werk Markt Bibart  zeigt die Meilensteine der 200-Millionen-EUR-Großinvestition (Bild: Egger).

Der Blick auf das Werk Markt Bibart zeigt die Meilensteine der 200-Millionen-EUR-Großinvestition (Bild: Egger).

Der Standort produziert nun neben Rohspanplatten auch beschichtete dekorative Platten. Zudem wurde die Recyclingholz-Aufbereitungsanlage weiter hochgefahren; das neue Hochregallager soll bis Ende des Sommers den Betrieb aufnehmen.

Am Stammsitz in St. Johann in Tirol ging außerdem ein neues Kraftwerk in Betrieb. Die Anlage erzeugte im Mai 2026 erstmals Strom und soll zur erneuerbaren Energieversorgung des Standorts sowie zur regionalen Fernwärme beitragen. Die Dekarbonisierung der eigenen Werke ist Teil der Klimastrategie mit dem Ziel Net Zero bis 2050. Derzeit stammen laut Unternehmensangabe 71 % des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Bei den eingesetzten Holzrohstoffen entfallen gruppenweit 66 % auf Recyclingmaterial und Nebenprodukte der Sägeindustrie; in der Spanplattenproduktion liegt der Anteil bei 76 %.

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