Retrofit für industrielle Prozesswärme
Trocknungs- und Versorgungsanlagen
Ness Wärmetechnik modernisiert bestehende Prozesswärmeanlagen, um Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und Flexibilität zu verbessern. Das Retrofit-Konzept umfasst Anlagenanalyse, technische Nachrüstung und die Integration alternativer Energieträger. Bei Egger sank der Erdgasverbrauch durch eine biomassebasierte Lösung um 80 %.

Die Modernisierung der Prozesswärmeversorgung bei Egger in Unterradlberg reduzierte den Erdgasverbrauch um 80 % (Bild: Ness).
Ness Wärmetechnik setzt bei der industriellen Wärmeversorgung auf die Modernisierung vorhandener Anlagen. Steigende Energiekosten, CO₂-Reduktionsziele und veränderte Produktionsbedingungen erhöhen nach Einschätzung des Unternehmens den Bedarf an Retrofit-Lösungen. Dabei sollen bestehende Systeme technisch und wirtschaftlich weiterentwickelt werden, anstatt sie vollständig zu ersetzen.
Am Anfang eines Retrofit-Projekts steht die Analyse der vorhandenen Prozesswärmeanlage und der betrieblichen Anforderungen. Auf dieser Grundlage werden einzelne Komponenten ausgetauscht, Systeme erweitert, Steuerungs- und Regelungstechnik modernisiert oder komplette Anlagenbereiche umgebaut. Auch die Integration zusätzlicher oder alternativer Energieträger kann Bestandteil der Modernisierung sein.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung bei laufender Produktion. Dafür bündelt das Unternehmen Engineering, Konstruktion, Fertigung, Montage, Inbetriebnahme und Service. Abhängig von den betrieblichen Voraussetzungen können einzelne Umbauschritte während des laufenden Betriebs erfolgen. Arbeiten an Schnittstellen und notwendige Eingriffe werden möglichst auf geplante Stillstandszeiten abgestimmt. Moderne Steuerungs-, Regelungs- und Überwachungstechnik ermöglicht es zudem, vorhandene Anlagen genauer an unterschiedliche Produktionsbedingungen und Anforderungen der Energieversorgung anzupassen.
Ein Anwendungsbeispiel ist die Modernisierung der Prozesswärmeversorgung bei Egger am Standort Unterradlberg im Jahr 2024. Dort wurde eine zuvor teilweise erdgasbasierte Wärmeversorgung durch eine biomassebasierte Lösung ergänzt. Bestehende Infrastruktur konnte weiter genutzt werden, während die Umstellung weitgehend im laufenden Betrieb erfolgte. Nach Unternehmensangaben reduzierte sich der Erdgasverbrauch durch die Maßnahme um 80 %. Gleichzeitig werden jährlich rund 10.000 Tonnen fossile CO₂-Emissionen eingespart. Die geringere Abhängigkeit von Erdgas soll außerdem die Versorgungssicherheit erhöhen und Risiken durch schwankende Energiepreise begrenzen.





