Forschungsprojekt zur Wiederaufarbeitung gebrauchter Sitzmöbel im Objektbereich

Artikel vom 4. November 2026
Sonstige Dienstleistungen

Das Institut für Holztechnologie Dresden untersucht im Forschungsprojekt »FuRefu«, wann sich gebrauchte Sitzmöbel ökologisch und wirtschaftlich wiederaufarbeiten lassen. Im Fokus stehen Kriterien für Reparatur, Refurbishment, Remanufacturing, Ökobilanzen und regionale Kreisläufe.

Das Institut für Holztechnologie Dresden startet mit »FuRefu« ein Forschungsvorhaben zur Wiederaufarbeitung gebrauchter Möbel. Untersucht wird, wann die Kreislaufführung von Sitzmöbeln, speziell im Nicht-Wohn- und Bildungsbereich, ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich attraktiv ist. Im Mittelpunkt stehen Reparatur, Aufarbeitung und die Herstellung neuer Produkte aus gebrauchten Möbeln oder Bauteilen. Geprüft wird, unter welchen Bedingungen diese Ansätze zu Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Dekarbonisierung beitragen können.

Praxisdaten von Herstellern, Logistik und Kommunen

Die Projektarbeit bewertet bestehende Initiativen deutscher Hersteller und Dienstleister. Standardisierte Fragebögen und Leitfadeninterviews erfassen, welche Voraussetzungen für eine Kreislaufführung relevant sind. Einbezogen werden Möbelhersteller, Verbände, Logistiker, Kommunen und weitere Interessengruppen.

An Sitzmöbeln aus mindestens vier konkreten Objekten werden Repair, Refurbish und Remanufacturing praktisch erprobt. Die Arbeiten sollen möglichst lokal oder regional zum bisherigen oder künftigen Einsatzort erfolgen. Damit rücken neben dem Produkt selbst auch Transportwege, Partnerstrukturen und die regionale Umsetzung in den Fokus.

Ökobilanzierung macht Aufwendungen vergleichbar

Für die ökologische Bewertung sollen Ökobilanzen fabrikneuer sowie reparierter und aufgearbeiteter Produkte gegenübergestellt werden. Grundlage sind vorhandene oder neu erstellte Ökobilanzen und Umweltdeklarationen. Erfasst werden die tatsächlichen Aufwendungen der Reparatur und Wiederaufarbeitung, darunter Energie, Materialmengen und CO₂-Äquivalente.

Aus diesen Daten soll eine einheitliche Vorgehensweise zur Ökobilanzierung der untersuchten Sitzmöbel abgeleitet werden. So lasse sich besser beurteilen, wann die Wiederaufarbeitung gegenüber einer Neuproduktion Vorteile bringe und welche Faktoren den Ausschlag gäben.

Bewertungsschema für tragfähige Angebote

Als Ergebnis wird ein Bewertungsschema in Aussicht gestellt, das Herstellern relevante Kriterien und Nachweise zur Beurteilung der Kreislaufführung ihrer Möbel bereitstellt. Berücksichtigt werden unter anderem eine aufarbeitungsfreundliche Produktgestaltung, Materialien und Ersatzteilverfügbarkeit. Hinzu kommen Fertigungsstandorte, Logistik, Partnernetzwerke, Kundenkreis, Auftragsgröße und Nachfrage.

Das Projekt soll damit eine Grundlage schaffen, um wirtschaftlich tragfähige und ökologisch sinnvolle Angebote zur Wiederaufarbeitung zu entwickeln. Zugleich sollen regionale Kooperationen gestärkt werden. Gefördert wird das Vorhaben unter dem Kennzeichen 49MF250150 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des Förderprogramms »Förderung der Innovationskompetenz – INNOKOM 2023, Modul: Marktorientierte Forschung und Entwicklung«.

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