Flächengreifer beschleunigt Türen-Handling
Prüm hat die automatisierte Be- und Entladung seiner CNC-Bearbeitungsanlage mit dem Flächengreifsystem »FA-X/FA-M« von Schmalz umgerüstet. Seitdem stieg die Leistung von 140 auf 170 Greifzyklen pro Stunde, während der Druckluftverbrauch von 2400 auf 1600 m³ pro Tag sank.

Dank des neuen Flächengreifsystems steigerte Türenhersteller Prüm seine Fertigungsleistung um 20 % (Bild: J. Schmalz GmbH).
Im Werk Weinsheim fertigt die Prüm-Türenwerk GmbH täglich 4500 Innentüren und 4000 Zargen. Um den Durchsatz zu erhöhen und zugleich den Energiebedarf zu reduzieren, überarbeitete der Türenhersteller seine Prozesskette. Ein Ansatzpunkt war das automatisierte Handling der Türblätter vor und nach der CNC-Bearbeitung. Dafür setzt das Unternehmen nun Flächengreifsysteme von Schmalz ein.
Türblätter bis 150 kg handhaben
Ein Industrieroboter transportiert die unbearbeiteten Türblätter von der Palette zu einem Rollengang, der sie der Bearbeitungsmaschine zuführt. Leere Ladungsträger legt der Roboter auf einem weiteren Rollengang ab. Nach der Bearbeitung übernimmt ein zweiter Roboter die fertigen Türblätter und stapelt sie.

Beispiel für hochwertige »Linolea«-Türen (Bild: Prüm).
Die Abmessungen der Werkstücke reichen von 1000 mm × 300 mm × 39 mm bis 2500 mm × 1500 mm × 39 mm. Dabei können die Türblätter bis zu 150 kg wiegen. Zuvor waren an jedem Roboter jeweils zwei Flächensauggreifer des Typs »FXP« installiert. Mit dieser Konfiguration erreichte die Anlage 140 Greifzyklen/h oder 1000 Zyklen pro Schicht. Ein Hebevorgang dauerte 13 Sekunden. Gleichzeitig benötigte das System 2400 m³ Druckluft pro Tag.
An Werkstück angepasste Vakuumleistung
Für die Umrüstung wählte Prüm das Flächengreifsystem »FA-X/FA-M« von Schmalz. Ein wesentliches Merkmal sind einzeln schaltbare Ejektordüsenstränge. Dadurch lässt sich die Vakuumerzeugung an die unterschiedlichen Abmessungen der zu handhabenden Türblätter anpassen. Nicht benötigte Bereiche müssen entsprechend nicht mit voller Leistung betrieben werden.

Das Vakuum-Flächengreifsystem »FA-X/FA-M« erreicht eine sehr hohe Effizienz bei gleichzeitig verringertem Verbrauch (Bild: J. Schmalz GmbH).
Das System verfügt zudem über eine Energiesparfunktion. Die Kombination aus bedarfsgerechter Vakuumerzeugung und schaltbaren Ejektoren soll insbesondere bei stark variierenden Werkstückgrößen den Druckluftbedarf reduzieren. Eine zentrale Medienschnittstelle bündelt die Versorgung mit Strom und Druckluft. Systeminformationen werden über ein LED-Display direkt am Greifer angezeigt.
Auch Wartungsarbeiten wurden bei der Konstruktion berücksichtigt. Der Dichtschaum des Greifers lässt sich mithilfe einer Schnellwechsel-Klebefolie austauschen. Dadurch soll der Wechsel innerhalb weniger Minuten möglich sein und die Stillstandszeit der Anlage begrenzt werden. Die kompakte Bauweise und das geringe Eigengewicht der »FA-X/FA-M«-Serie ermöglichen die direkte Montage am Roboter.
Drei Sekunden kürzere Taktzeit
Nach der Umrüstung erhöhte sich die Zahl der Greifzyklen von 140 auf 170 pro Stunde. Gleichzeitig verkürzte sich die Taktzeit eines Hebevorgangs von 13 auf 10 Sekunden. Prüm gibt an, dadurch rund 200 zusätzliche Türblätter pro Schicht bearbeiten zu können.
Parallel dazu sank der tägliche Druckluftverbrauch von 2400 auf 1600 m³ und damit um ein Drittel. Hochgerechnet nennt das Unternehmen eine Einsparung von rund 300.000 m³ Druckluft pro Jahr. Die Umrüstung verbindet damit einen höheren Durchsatz mit einem geringeren Bedarf an Druckluft für das automatisierte Werkstückhandling.



