Neues Kraftwerk liefert Strom im Egger-Werk St. Johann in Tirol

Artikel vom 3. Juli 2026
Ver- und Entsorgungsanlagen

Egger nimmt im Werk St. Johann in Tirol ein neues Kraftwerk stufenweise in Betrieb. Die Anlage nutzt biogene Brennstoffe, liefert erstmals Strom für die Produktion und soll den Standort im Normalbetrieb erdgasfrei machen. Zudem stärkt sie die Fernwärme in der Region.

Stammwerk in St. Johann in Tirol mit Brennstoffaufgabe im Vordergrund vor dem neuen Kraftwerksgebäude (Bild: Egger Holzwerkstoffe).

Stammwerk in St. Johann in Tirol mit Brennstoffaufgabe im Vordergrund vor dem neuen Kraftwerksgebäude (Bild: Egger Holzwerkstoffe).

Im Stammwerk von Egger in St. Johann/Tirol hat das neue Kraftwerk erstmals Strom erzeugt. Damit erreicht der seit Frühjahr 2024 laufende Ausbau des Energie- und Umweltprojekts einen wichtigen technischen Schritt. Der Holzwerkstoffhersteller investiert dafür nach eigener Angabe rund 80 Millionen Euro in eine Anlage mit Dampfkessel und Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis biogener Brennstoffe.

Die installierte 14,5-MW-Turbine soll pro Jahr rund 100.000 MWh elektrische Energie erzeugen. Vorgesehen ist, dass die Anlage künftig mindestens 70 % des Eigenstrombedarfs am Standort deckt. Nach der ersten Stromproduktion im Mai wird das Kraftwerk stufenweise hochgefahren. Der Projektabschluss und der Übergang in den Vollbetrieb sind für das dritte Quartal 2026 geplant.

Im Normalbetrieb soll das Werk dadurch erdgasfrei arbeiten. Der Einsatz fossiler Brennstoffe am Standort wird damit weitgehend reduziert und die Gemeinden St. Johann in Tirol sowie Oberndorf können mit zusätzlicher Fernwärme versorgt werden.

Die neue Anlage ist Teil eines mehrstufigen Energie- und Umweltprojekts am Standort. Nach dem Start der Stromerzeugung folgen weitere Abstimmungen und Optimierungen im Zusammenspiel mit den bestehenden Anlagen. Die Inbetriebnahme läuft schrittweise bis zum Spätsommer 2026. Als Brennstoffe kommen Biomasse, biogene Produktionsrückstände aus der Holzaufbereitung und stofflich nicht verwertbare Holzabfälle zum Einsatz.

Baustein der Klimastrategie

Das Projekt ist in die langfristige Klimastrategie des Unternehmens eingebunden. Ziel ist es, klimawirksame Treibhausgasemissionen entlang der eigenen Wertschöpfungskette schrittweise zu senken. Das Unternehmen bekennt sich zum Net-Zero-Ziel bis 2050 und setzt dabei auf Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Prozesse und Standorte sowie der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Dazu gehören standortspezifische Energieprojekte, die Weiterentwicklung der Produktionstechnik, der Ausbau erneuerbarer Energien und die regelmäßige Analyse des Corporate Carbon Footprints.

Reststoffe bleiben im Kreislauf

Die Produktion folgt einem ressourceneffizienten Werkstoffkreislauf. Sägenebenprodukte wie Hackschnitzel und Sägespäne werden zusammen mit Durchforstungs- und Recyclingholz zu Holzwerkstoffen verarbeitet. Alte Möbel, Paletten, Verpackungsmaterial und Ausschussmaterial aus der eigenen Produktion werden für die stoffliche Verwertung aufbereitet.

Reststoffe, die sich nicht stofflich verwerten lassen, können vor Ort im neuen Kraftwerk thermisch genutzt werden. Zusätzliche Transporte entfallen. So wird die Ressource Holz im Werkstoffkreislauf umfassend genutzt.

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