Rohstoff Käfereiche

Artikel vom 10. Juni 2026
Vollholz

Das Traditionssägewerk Lacker Nature setzt auf die Nutzung von Eichenholz aus Kalamitätsbeständen. Das Unternehmen fördert damit die Verwendung natürlich gezeichneter Hölzer und stärkt die Wertschöpfung heimischer Ressourcen für nachhaltige Materialstrategien.

Beispiel für ein Wandpaneel aus Käfereiche, natur gehackt, mit kleinen Bohrspuren für rustikalen Charme (Bild: Lacker).

Beispiel für ein Wandpaneel aus Käfereiche, natur gehackt, mit kleinen Bohrspuren für rustikalen Charme (Bild: Lacker).

Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und Schädlingsbefall verändern zunehmend die Qualität heimischer Eichenbestände. Besonders der Eichenkernholzkäfer hinterlässt sichtbare Spuren im Holz, die bislang häufig als Qualitätsmangel bewertet wurden. Lacker Nature plädiert daher für einen veränderten Umgang mit diesen Holzressourcen. Das Traditionssägewerk sieht die Nutzung von sogenanntem Kalamitätsholz als wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Rohstoffverwendung und zur langfristigen Sicherung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit heimischer Wälder.

Das Familienunternehmen verarbeitet nach eigener Angabe ausschließlich Eichenholz aus nachhaltig bewirtschafteten und PEFC-zertifizierten Wäldern. Ziel ist es, den Rohstoff möglichst vollständig zu nutzen und die stoffliche Verwertung auch bei optisch veränderten Hölzern zu ermöglichen. Genutzt wird daher alles: vom Kern bis zur Rinde. Die Weiterverarbeitung von sogenanntem Käferholz sieht das Unternehmen als konsequenten Schritt in eine ökologische, wirtschaftliche und realistische Zukunft.

Holzdiele aus Käfereiche mit Nut- und Federverbindung (Bild: Lacker).

Holzdiele aus Käfereiche mit Nut- und Federverbindung (Bild: Lacker).

Das Sägewerk verweist dabei auf Prof. Dr. Peter Biedermann von der Universität Freiburg, nach dessen Einschätzung der Eichenkernholzkäfer keine Gefahr für geschnittenes, trockenes Holz darstellt: »Wenn diese dann in Stücke geschnitten werden, wandern die Käfer sehr rasch aus und brüten auch nicht mehr weiter.«

Lacker Nature betrachtet natürliche Zeichnungen, Bohrgänge und weitere Veränderungen daher nicht als Ausschlusskriterium, sondern als Ausdruck der Herkunft und Entwicklung des Werkstoffs. Mit diesem Ansatz verbindet das Unternehmen Ressourcenschonung, regionale Wertschöpfung und die Förderung einer langfristig tragfähigen Waldwirtschaft.

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