Umfrage im Handwerk: Fachkräftemangel, Inflation und Bürokratie sind die großen Herausforderungen
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Eine von HandwerkStars beauftragte Umfrage unter 100 Handwerksbetrieben zeigt: Bürokratie, Fachkräftemangel und Inflation belasten den Alltag. Zugleich investieren viele Betriebe in Digitalisierung, Personal und Maschinen, während energetische Modernisierung weiter Aufträge bringt.

Bürokratische Anforderungen, die von Handwerkern als besonders hinderlich gesehen werden (Mehrfachauswahl möglich; Bild: Appinio GmbH).
Bürokratie, Fachkräftemangel und steigende Kosten setzen Handwerksbetriebe weiter unter Druck. Eine bundesweite Befragung von 100 Betrieben zeigt, wie stark diese Themen den Alltag prägen: 40 % der Befragten geben an, stark bis sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. Besonders schwierig ist die Suche nach Facharbeitern, gefolgt von Auszubildenden und Meistern. Bei fast jedem zweiten Betrieb dauert es drei bis sechs Monate, bis eine offene Stelle besetzt werden kann. Nur 5 % finden innerhalb eines Monats passende Kandidaten.
Auch die Inflation bleibt ein Belastungsfaktor. 48 % der Betriebe nennen steigende Materialpreise, 40 % höhere Energiekosten als wesentliche Herausforderungen. Das erschwert verlässliche Kalkulationen und wirkt sich auf Planungs- und Investitionsentscheidungen aus. Hinzu kommt der hohe Verwaltungsaufwand. Meldungen an Krankenkassen und Sozialversicherungen, Datenschutzvorgaben, Genehmigungen sowie baurechtliche und steuerrechtliche Anforderungen kosten Zeit. 47 % der Befragten fühlen sich dadurch stark oder sehr stark belastet. 46 % verbringen wöchentlich fünf bis neun Stunden mit Verwaltungsaufgaben, weitere 35 % zehn bis 20 Stunden. Die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters ab 2031 wird ebenfalls kritisch gesehen: 52 % der Betriebe bewerten die Pläne eher kritisch oder sehr kritisch.
Investitionen in Personal, Digitalisierung und Ausstattung
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen planen 51 % der befragten Unternehmen Investitionen innerhalb der nächsten zwölf Monate. Im Fokus stehen vorwiegend Personal, Digitalisierung und Maschinen. Knapp 63 % wollen in Gewinnung, Bindung oder Qualifizierung von Mitarbeitenden investieren.

Worin das Handwerk in den nächsten 12 Monaten investieren will (Mehrfachauswahl möglich; Bild: Appinio GmbH).
Auch digitale Werkzeuge sind im Handwerk angekommen. Knapp zwei Drittel der Betriebe stufen sich als eher digital bis sehr digital ein. Besonders verbreitet sind Lösungen in Buchhaltung, Arbeitszeitdokumentation und Bestellsystemen. Die Investitionskosten gelten weiterhin als Hürde, dennoch planen 57 % weitere Ausgaben für digitale Anwendungen. Zusätzlich will knapp die Hälfte in Maschinen und betriebliche Ausstattung investieren, um Abläufe zu verbessern und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Energiewende als Geschäftsfeld
Die Energiewende spielt im Arbeitsalltag vieler Betriebe eine wichtige Rolle. 83 % bieten bereits nachhaltige oder energieeffiziente Lösungen an. Rund 62 % der Aufträge entfallen inzwischen auf energetische Modernisierungsmaßnahmen. Bei jedem zweiten Unternehmen machen nachhaltige Leistungen mindestens die Hälfte des Umsatzes aus.
Gleichzeitig bleibt die Transformation anspruchsvoll. 54 % der Befragten fühlen sich nur teilweise auf die Anforderungen vorbereitet. Kurzfristige Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen und Förderprogramme, etwa durch das Gebäudemodernisierungsgesetz, erschweren betriebliche Entscheidungen und die Beratung von Kunden bei Heizungsmodernisierungen.
KI kann Verwaltungsaufgaben entlasten
Künstliche Intelligenz wird bereits von 25 % der Betriebe in hohem Maße genutzt. Der größte Nutzen zeigt sich bislang bei Routineaufgaben.

Wo Handwerksbetriebe im betrieblichen Alltag Potenzial für den Einsatz von KI-Lösungen sehen (Bild: Appinio GmbH).
Jeweils 14 % setzen KI-basierte Lösungen für das Verfassen von E-Mails, die Terminplanung und die Erstellung standardisierter Angebote ein. Mehr als die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, solche Anwendungen künftig für wiederkehrende Aufgaben zu nutzen. Potenzial sehen viele Betriebe zudem bei Dokumentationen, Einsatzplanung und Rechnungsstellung.
Die Studie wurde von Appinio durchgeführt. Die Erhebung fand vom 23. bis 26. Juni 2026 statt und umfasste 35 Fragen zur wirtschaftlichen Lage sowie zur betrieblichen Zukunftsplanung.


