Umsatz der Holzindustrie im 1. Halbjahr 2022 gestiegen

Artikel vom 19. September 2022
Beratungen

Der Umsatz in der deutschen Holzindustrie ist von Januar bis Juni 2022 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 um 19,7 % auf 23,3 Milliarden Euro gestiegen. Das meldete der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes.

HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge (Bild: DHWR).

HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge (Bild: DHWR).

»Die Holzindustrie in Deutschland sichert in einem von großer wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit geprägten Umfeld die Versorgung mit hochwertigen Produkten für Unternehmen und Endverbraucher«, erklärte HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge.

Je nach Ausrichtung hatten es die Teilbranchen der Holzindustrie im bisherigen Jahresverlauf mit erheblichen Steigerungen von Beschaffungskosten zu tun. Das Umsatzwachstum fiel dabei unterschiedlich aus. In der Holzverpackungsindustrie stieg der Umsatz von Januar bis Juni 2022 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 mit einem Plus von rund 56 % am stärksten, gefolgt von der Sägeindustrie mit einem Zuwachs von 33 % und der Holzwerkstoffindustrie mit 25 %, so die Analyse des HDH auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes .

Die Umsätze im baunahen Bereich der Holzindustrie (+15,5 %) und in der Möbelindustrie (+13,4 %) bewegten sich zwar ebenfalls über dem Vorjahresniveau, die Steigerungsraten fielen hier jedoch geringer aus. »Das Umsatzwachstum im baunahen Bereich der Holzindustrie wurde durch die eingeschränkte Materialverfügbarkeit, den zwischenzeitlichen Stopp der KfW-Förderung und die seit Jahresanfang massiv gestiegenen Finanzierungskosten gebremst«, erläutert Ohnesorge. Für die überwiegend mittelständisch strukturierte Möbelindustrie sei die Weitergabe der deutlich gestiegenen Preise für Rohstoffe und Vorprodukte angesichts der hohen Konzentration auf der Handelsseite nur begrenzt möglich gewesen.

Politik darf nicht noch mehr Hürden aufbauen

Mit weiteren Herausforderungen für die Holzindustrie rechnet der Verband aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds im weiteren Jahresverlauf: »Mit der ausstehenden Holzbau- und Ressourcenstrategie bietet sich für die Bundesregierung die Chance, den richtigen Weg für nachhaltiges Wachstum in der Baubranche und weiteren Sektoren einzuschlagen, so durch die Berücksichtigung grauer Energie aus fossilen Rohstoffen in konventionellen Bauprodukten«, betont Ohnesorge.

Dem Verband geht es nach eigener Angabe darum, dass der Einsatz klimafreundlicher Materialien nicht weiter behindert wird, weder beim Bauen noch bei der Bereitstellung des Rohstoffes Holz. »Was wir aber derzeit in Kreisen der Ampel-Koalition sehen sind Pläne, die nachhaltige Nutzung von Holz aus deutschen Wäldern weiter einzuschränken. Das ist gefährlich, weil es dazu führen würde, dass Firmen abwandern und Deutschland als rohstoffarmes Land noch importabhängiger wird«, warnt der HDH-Hauptgeschäftsführer vor dem Hintergrund einer Studie des Thünen-Instituts, welche die Effekte weiterer Nutzungsbeschränkungen im deutschen Wald modellieren.

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