Biomasseanlage für das Sägewerk Hermann Keller
Abfallbehandlung und Entsorgung
In einer Zeit, in der Ressourceneffizienz und Biomasse-Energie für die Holz verarbeitende Industrie entscheidend sind, geht die Hermann Keller GmbH mit der Investition in eine neue Biomasseanlage des österreichischen Anlagenbauers Polytechnik einen zukunftsweisenden Schritt.

Die Anlage wandelt Reststoff direkt am Entstehungsort in Prozesswärme und -strom um (Bild: Polytechnik).
Die neue »Deluxe-Anlage« ist eine maßgeschneiderte Lösung, die darauf ausgelegt ist, die im Sägewerk anfallende Biomasse – von Rinde bis zu Hackschnitzeln – direkt zur Energiegewinnung zu nutzen. Die erzeugte Wärme wird größtenteils wieder in den eigenen Produktionsprozess zurückgeführt und für die Holztrocknung in den Trockenkammern verwendet.
Das Herzstück der Anlage ist die moderne Feuerungstechnologie. Auf einem hydraulischen, luftgekühlten Vorschubrost durchläuft der Brennstoff die Phasen Trocknung, Ausgasung und vollständigen Ausbrand. Die gestufte Zufuhr von Primär- und Sekundärluft minimiert die Entstehung von Emissionen bereits im Keim.

Die Anlage bietet eine Kesselleistung von 5680 Kilowatt (Bild: Polytechnik).
Wärme und Strom
Eine der größten Herausforderungen bei der energetischen Nutzung von Produktionsreststoffen ist deren schwankende Beschaffenheit. Die Anlage kann ein breites Spektrum an Biomasse mit einem Wassergehalt von 20 bis 60 Prozent verarbeiten. Der Brennstoff wird von einem ebenerdigen Schubbodenbunker, der einfach per Lkw beschickt werden kann, automatisch in die Feuerung transportiert.

Der Schubbodenbunker kann einfach per Lkw beschickt werden (Bild: Polytechnik).
Die erzeugte Heißgasenergie wird in einem nachgeschalteten Thermoölkessel hocheffizient in Nutzwärme umgewandelt sowie zur Stromerzeugung in einem ORC-Prozess verwendet. Ein mehrstufiges Abgasreinigungssystem, bestehend aus einem Multizyklon und einem Trocken-Elektrofilter, stellt laut Anlagenbauer Polytechnik sicher, dass die sehr strengen Emissionsgrenzwerte nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten werden. Selbst die bei der Verbrennung anfallende Asche wird umweltfreundlich in einem geschlossenen System befeuchtet und staubfrei abtransportiert.
Zukunft gestalten
»Die Partnerschaft mit Hermann Keller zeigt eindrucksvoll, wie aus einer gemeinsamen Überzeugung ein konkreter Mehrwert entsteht. Wir schaffen hier eine Anlage, die einen Reststoff direkt am Entstehungsort in wertvolle, saubere Prozesswärme und -strom für die eigene Produktion umwandelt«, kommentiert Lukas Schirnhofer, CEO von Polytechnik, das Projekt.

Bild: Polytechnik.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie die Holz verarbeitende Industrie ihre eigene Zukunft aktiv und umweltfreundlich gestalten kann.



