Hobel- und Kehlmaschine für mehr Flexibilität

Artikel vom 4. September 2019
Hobel-, Fräs- und Kehlmaschinen

Baiersbronn im Schwarzwald hat durch seine hohe Dichte an Sterneköchen einen exzellenten Ruf bei Feinschmeckern. Mit dem Ludwig Züfle Holzwerk ist dort aber auch ein ausgezeichneter Spezialist für Holz im Außenbereich zuhause. Und wie in einem Spitzenrestaurant, verlässt man sich auch bei Züfle nur auf erstklassige Zulieferer.

Die Züfle Holzwerk GmbH in Baiersbronn-Mitteltal will mit ihrer Fertigungstechnologie individuell auf die steigenden Anforderungen von Architekten und Kunden eingehen. Bild: Weinig

Die Züfle Holzwerk GmbH in Baiersbronn-Mitteltal will mit ihrer Fertigungstechnologie individuell auf die steigenden Anforderungen von Architekten und Kunden eingehen. Bild: Weinig

Axel und Peter Züfle führen das im Baiersbronner Ortsteil Mitteltal gelegene Holzwerk in vierter Generation. Vater Ludwig unterstützt mit seiner großen Erfahrung den Verkauf. Züfle spielt die gesamte Klaviatur im Außenbereich, von der Fassade über Terrasse und Carport bis zu individuellen Blockhäusern. Trocknungsverfahren, Holzschutz und Oberflächenbehandlung sind auf höchstem Niveau. Ein modernes Heizkraftwerk für die Restholzverwertung unterstreicht den Anspruch der Nachhaltigkeit. Trümpfe des Unternehmens sind die vielen verschiedenen Rotholzarten (Kiefer, Lärche und Douglasie) sowie die Fähigkeit, selbst anspruchsvolle, individuelle Aufträge in angemessener Zeit auszuführen. Nicht ohne Stolz nennt sich das Holzwerk Züfle auch Manufaktur. »Aus dem Billigsegment der Baumärkte und der Massenherstellung haben wir uns komplett verabschiedet«, sagt Peter Züfle. »Das dort herrschende Qualitäts- und Preisniveau ist nicht unser Metier.«

Bild: Weinig

Begonnen hat man vor rund 100 Jahren als reines Sägewerk. Im Rahmen kontinuierlicher Anpassungen, Änderungen und Investitionen kam vor circa 30 Jahren die erste Hobelmaschine dazu. Dieser Bereich entwickelte sich weiter zum heutigen Hobel- und Profilierwerk. Ein Blick durch das große Tor macht sofort deutlich, wo hier die Fäden zusammenlaufen. Ganz oben, quasi auf der Empore, thront die neueste Errungenschaft, eine hochmoderne Hobel- und Kehlmaschine »Powermat 2400« von Weinig. Mit der Investition wurde kürzlich die lange Partnerschaft mit dem Holzmaschinenhersteller fortgeführt. Seit einem Brand vor circa einem halben Jahr ersetzt die Maschine den »Hydromat 23«, der zuvor lange Jahre zuverlässige Arbeit geleistet hatte. Peter Züfle: »Vertiefte Wertschöpfung durch Veredelung ist bei uns das zentrale Thema. Die Fertigungstechnologie soll uns verstärkt erlauben, individuell auf die steigenden Anforderungen von Architekten und Kunden einzugehen.« Die flexible Maschine mit ihren elf Spindeln gilt als zentraler Baustein bei der Umsetzung der Strategie. Mit ihm soll die Produkt- und Profilvielfalt noch weiter ausgebaut werden. Beeinflusst wurde die Entscheidung zudem von gesundem Pragmatismus: Das Unternehmen kann auf der neuen Maschine die gleichen Hydroköpfe benutzen, die schon beim »Hydromat« eingesetzt wurden. Einfaches statt kombiniertes Werkzeug bedeutet, dass ohne Umrüsten mehrere Bearbeitungsschritte hintereinander gefahren werden können. Am Ende profitiert man von einer hohen Vorschubgeschwindigkeit. Nicht zuletzt eröffnet die umfangreiche Maschinenausstattung die Möglichkeit, ein Profil ökonomisch »zu parken«, indem man Spindeln wegschwenkt. Derweil kann weiterproduziert werden, bis das Profil wieder benötigt wird. All diese Pluspunkte erlauben es dem Züfle-Holzwerk, mehr und qualitativ hochwertig produzieren zu können.

Umfangreiche Ausstattung

Vier Spindeln der Hobel- und Kehlmaschine sind vertikal, eine davon ist schräg einsetzbar. »Das erlaubt es uns, mit geraden Messern ohne Werkzeugwechsel zum Beispiel Zaunriegel oder andere Spezialitäten zu produzieren«, sagt Axel Züfle. Dazu kommt noch eine schwenkbare, 360 Grad rundum einsetzbare Unispindel, die eine zeitsparende Fertigung komplexer Profile sowie das sogenannte »Eintauchen« für tiefere Nuten erlaubt. Axel Züfle: »Einige dieser Aufgaben könnten wir zwar herkömmlich lösen, indem wir die erforderlichen Messer selbst fertigen und auf unseren Weinig-›Rondamaten‹ schleifen. Bei kleineren Chargen ist das jedoch unwirtschaftlich. Für die Unispindel gibt es bei uns deshalb keine wirkliche Alternative.«

Züfle arbeitet mit der neuesten Hobeltechnik von Weinig, der flexiblen »Powermat 2400«. Bild: Weinig

Züfle arbeitet mit der neuesten Hobeltechnik von Weinig, der flexiblen »Powermat 2400«. Bild: Weinig

Die Vorteile der Maschinenkonfiguration werden vor allem am innovativen Vorzeige-Produkt des Unternehmens, der Schindelschalung als Dreier-Combo mit Mikroriffelung, deutlich. Es verbindet eine Nut- und Feder-Konstruktion mit Schrägschnitt und feinen Ritzen zur Erzielung einer speziellen optischen Wirkung. »Wir transferieren hier die traditionelle, kleinteilige Schindelfassade des Schwarzwalds in ein schnell montierbares Bauelement mit zeitgemäßer Verarbeitungstechnik«, betont Peter Züfle. Die Mikroriffelung sorgt für eine leicht raue Oberfläche, die bestmögliche Voraussetzungen für eine hohe Farbaufnahme liefert. »Der Werkstoff lässt sich so sehr gut behandeln und erfüllt damit die steigenden Anforderungen an den Holzschutz. Außerdem werden farblich inspirierte Kreationen möglich«, so Peter Züfle.

An der »Powermat«-Maschine sind zwei Mitarbeiter beschäftigt. Neben dem Maschinenführer kümmert sich ein Mann um die Qualitätssicherung und überwacht die Paketierung. Die Umreifung von Schnittholzpaketen nach dem automatischen Abstapeln erfolgt manuell. Dies ist den vielen unterschiedlichen und kleinen Losgrößen sowie der Vielseitigkeit geschuldet. »Wir fahren ein Profil aufgrund der hohen Maschinenleistung maximal eineinhalb Stunden«, erklärt Axel Züfle. Ergänzend zur »Powermat 2400« verwendet das Holzwerk noch eine Weinig-»Maxiplan 30« für Dimensionen bis zu 200 x 300 Millimetern und für Sonderlängen oberhalb sieben Metern. Die Maschine ist ebenfalls mit Hydrowerkzeug bestückt. Auch im Zuschnittbereich vertraut Züfle auf Weinig. Zum Einsatz kommt hier eine »Opticut S 90 XL«. Die Allroundmaschine dient für viele Kappaufgaben und ist speziell für große Längen sowie maximale Holzausbeute ausgelegt.

Das Vorzeigeprodukt des Unternehmens ist eine neuartige Schindelschalung mit Mikroriffelung. Bild: Weinig

Das Vorzeigeprodukt des Unternehmens ist eine neuartige Schindelschalung mit Mikroriffelung. Bild: Weinig

Mit der neuen »Powermat«-Maschine sind die Züfles sehr zufrieden. »Wir hobeln schneller und rüsten weniger«, fassen sie zusammen. Auch für die über zwanzigjährige Treue zur Marke Weinig haben sie eine kurze, knappe Erklärung parat: »Man weiß einfach, dass es funktioniert.« Für die gemeinsame Zukunft sind die Weichen bereits gestellt: An mehreren Spindeln der »Powermat 2400« sind Frequenzumrichter verbaut. Mithilfe der frequenzgeregelten Drehzahl soll bald eine zusätzliche Anwendung realisiert werden: das Bürsten. Die Kunden verlangen solche Oberflächen vermehrt, so Axel und Peter Züfle, und die Erfüllung individueller Kundenwünsche ist bekanntlich der ganz große Trumpf der Ludwig Züfle Holzwerk GmbH.

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